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Von Neger*menschen

Mal angenommen, Sie sind Rassist und haben kein Interesse daran, dass es jemand merkt. Nehmen wir mal weiter an, Sie wollen, dass alles, was nicht weiss ist, als "die Anderen" wahrgenommen wird. Was läge es da näher, als alle imaginierten Nichtweissen einfach mit einem Wort zu bezeichnen?

Und so würden Sie diese "Anderen" einfach "Neger*" nennen. Mit Sternchen, damit Sie sagen können, dass sie inklusiv denken und alle Nichtweissen meinen. Ob es "Weiss-sein" als Eigenschaft überhaupt gibt, interessiert Sie nicht. Aber da Sie ja nun ein inklusives Wort für alle Neger*menschen gefunden haben, braucht sich damit auch niemand mehr damit weiter beschäftigen.

Gehen wir einmal davon aus, dass die Menschen, die Sie als Neger* denken und auch so bezeichnen, in einem Land leben, in welchem ein Neger*menschen-Gesetz existiert. Dieses Gesetz würde besagen, dass Neger*menschen zwar Rechte erhalten könnten, aber nur dann, wenn sie sich vorher einverstanden erklärten, den Status "Neger*" nicht aufzugeben. Das Gesetz ermöglichte nun, dass die Menschen, die Sie zu Neger*menschen gemacht haben, sich als Nichtneger* fühlen dürften.

Stellen wir uns weiter vor, dass unter den Menschen, die Sie als Neger*menschen lieb gewonnen haben - und deswegen so bezeichnen - Menschen zusammenfinden, die sagen "wir sind Menschen und setzen uns dafür ein, Rassismus zu beenden. Es gibt keine Rassen."

Als echter Rassist würde Ihnen das natürlich Angst machen, dass Menschen existierten, die damit begännen, dagegen zu protestieren. Daher würden Sie schauen, ob es da nicht welche gäbe, die sich von ihrer inklusiven Art verstanden fühlten und ihr Spiel mitspielten, weil sie sich dadurch eine Verbesserung ihrer Situation erhoffen.

Sie denken sich wohl: "Was wäre das nicht schön, wenn es Neger*menschen-Initiativen gäbe!" Ihnen scheint die Idee verlockend zu sein. Denn gäbe es Neger*menschen-Vereine, die sich selbst als Neger* zu den Anderen machen, dann könnte sogar das Neger*menschengesetz abgeschafft werden. Dennoch bliebe dann alles, wie es ist. Es gäbe Weisse und Neger*menschen. Ganz ohne Gesetz.

Und dann käme Ihnen noch eine Idee: Wenn es Neger*menschen-Initiativen gäbe, dann könnten Sie ganz einfach die Proteste der Menschen, die sagen, dass es keine Rassen gibt, auch zu der Gruppe der Neger*menschen stecken. Und dann würden Sie immer dann, wenn die Menschen, die Menschenrechte einfordern - und sich nicht zu Neger*menschen machen lassen wollen - sagen: "Seht her! Diese Neger*menschen streiten sich. Ich bin so inklusiv, aber offenbar sind sich die Neger*menschen uneins. Und so wie es aussieht, streiten sie sich darüber, wie sie bezeichnet werden wollen. Ich aber will doch alle Neger*menschen ansprechen. Deswegen verwende ich den Stern. Das soll zeigen, dass alle Neger*menschen gemeint sind, unabhängig davon, wie sie sich selber bezeichnen."

Wahrscheinlich würde Ihnen das als echter Rassist nicht reichen und Sie dächten sich: "Wie wäre es denn, wenn Broschüren gedruckt würden, in denen schwarz auf weiss (ein kleines Wortspiel) zu lesen ist: 'Neger*menschen akzeptieren'". Dann würden Sie ganz vorne in diese Broschüren Defintionen drucken lassen, in denen es hiesse, dass es inklusiv sei, von Negern* zu sprechen und Neger*menschenrassen mehr unterstützung bräuchten und Beratung sowieso. Am Besten von denen, die zuvor für das Neger*menschen-Gesetz verantwortlich gewesen sind - aber gerne auch von Neger*menschen selber. Dafür würden Sie sich dann Geld vom Staat geben lassen und ein bisschen etwas davon den Neger*menschen abgeben, die ihre Idee unterstützen. Sie wissen ja: Es gibt Menschen, die sich dadurch eine Verbesserung ihrer Situation erhoffen, wenn Sie das Spiel mitspielen.

Ach, was wäre das für eine Welt. Für Sie als Rassisten eine ziemlich perfekte. Sie müssten sich keine Gedanken darüber machen, ob es Rassen überhaupt gibt, Sie könnten sich dann weiterhin "weiss" fühlen und hätten dann auch noch den immensen Vorteil: Jeder hielte Sie in einer solchen Welt trotzdem für ganz dufte. Es stünde ja nun in Broschüren, wie inklusiv Sie sind und die Neger*menschenvereine bejubelten Sie.

Lila Podcast - Zuhören geht anders

Hereingelegt zu werden ist so eine Sache. Das passiert uns nicht oft, kommt aber vor. Ein sogenannter "Lila Podcast" wollte mit uns ein Interview machen. Im Vorgespräch hatten wir darauf hingewiesen, dass wir uns für die Anerkennung von Transsexualität einsetzen. Was daraus gemacht wurde ist eine "Trans*"-Sendung, in der es um "Trans*menschen". "Transgender" und "Transfrauen" geht.

Offenbar gibt es Menschen, die meinen, sie könnten Aussagen einfach übergehen und dann die Stellen von Intrerviews verwenden, die dann noch halbwegs zur - offenbar vorgefertigten - Geschichte passen.

Tipp: Schaut genau, wer Euch missbrauchen will. Und wehrt Euch dagegen, wenn es passiert ist! Wir haben die Autorin auf ihre Übergriffigkeit hingewiesen und wünschen eine Gegendarstellung.

https://lila-podcast.de/lila165-trans-mythen-und-forschung-mit-felicia-ewert/?

Update:

Die Autorin des Beitrags tu nun so, als habe sie auf unsere Kritik reagiert. Was Transsexualität ist - und, dass es sich bei Trans* und Transsexualität nicht um unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe, sondern um unterschiedliche Dinge handelt - versteht sie offenbar immer noch nicht. Das Framing hat die Autorin nicht verändert.