Berlin ist kein Einzelfall
Donnerstag, 02. Februar 2012 um 12:00

In Berlin gibt es dieses transsexuelle Mädchen. Man sagt, sie sei ein Junge, der sich als Mädchen fühle und dass es wichtig ist, so ein Gefühl zu überprüfen. Notigenfalls, indem man das Mädchen von der Mutter trennt. Klaus Beier, Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité in Berlin steht aktuell in der Schusslinie, da er das macht, was internationale Standards so vorsehen. Er handelt korrekt nach DSM, dem internationalen Buch der psychischen Störungen. Transsexuelle Kinder gibt es in diesem Buch nicht. Nur Kinder mit "Geschlechtsidentitätsstörungen". Beispielsweise Jungs, die sich "als Mädchen fühlen".

Die erste Vorsitzende der Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. Kim Schicklang sieht genau darin die eigentliche Menschenrechtsverletzung: Menschen die in der Natur vorkommen, werden als nicht-existent angesehen.

Kim Schicklang (ATME e.V.):

"Manche meinen, es sei skandalös, was der Herr Beier in Berlin so treibt, aber letztendlich ist der Skandal ein völlig anderer. Klaus Beier ist einer derjenigen, die sich nämlich ziemlich genau an die Standards hält, die weltweit für transsexuelle Menschen gelten und in medizinischen Klassifikationssystemen so verankert sind. Das was Beier beispielsweise in seinem Buch "Sexualmedizin" ausführt, entspricht ziemlich genau dem, was eine internationale Gruppe von Sexologen unter der Leitung des Kanadiers Kenneth Zucker so einst definiert hatten bzw. immer noch so definieren. Diese Ideen gelten nämlich selbst im Jahr 2012 als medizinischer Standard. Dass Beier nicht glaubt, dass transsexuelle Mädchen tatsächlich Mädchen sind, sondern letztlich als Jungs mit Geschlechtsidentitätsproblem angesehen werden, ist also nicht seine spezielle Berliner Meinung, sondern weltweit so gültig. Die Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Menschen passieren also nicht nur in Berlin."

Es gibt ja Mediziner wie Hertha Richter-Appelt aus Hamburg die sagen, dass Beier mit seiner Ansicht nicht den aktuellen wissenschaftlichen Standards entspricht.

"Auch Hertha Richter-Appelt wird zugeben müssen, dass der DSM immer noch existiert und hier Transsexualität immer noch als Identitätsstörung aufgeführt ist. Da auch Mediziner aus dem Hamburg-Eppendorfer Klinikumfeld, dem sie ja angehört, seit Jahren an diesen Büchern mitarbeiten und diese Klassifikationen mit erarbeitet haben, werte ich diese Aussage als geschicktes Ablenkungsmanöver.

Es ist verständlich, dass, nachdem es Menschenrechtsorganisationen gibt, die sich gegen diese internationele Transphobie zur wehr setzen und da langsam ein öffentliches Bewusstsein entsteht, wie menschenrechtsverachtend transsexuelle Menschen weltweit auf Grund von medizinischen Klassifikationen tatsächlich behandelt werden, dass da manche, die für diese Behandlungen mitverantwortlich sind, glauben es wäre sinnvoller sich einen netteren Anstrich zu verpassen. Genau aus diesem Grund macht es aus unserer Sicht wenig Sinn lediglich auf den Herrn Beier in Berlin einzuprügeln, sondern es wäre dringen nötig endlich aufzuklären, wer die Verantwortlichen sind, die transsexuelle Menschen bis heute leugnen und mit ihren Thesen rund um "Geschlechtsidentitätsstörungen" bzw. "Genderdisphorie" immer noch Einfluss bei der Politik anmelden."

"Genderdisphorie" klingt doch netter als "Geschlechtsidentitätsstörung".  Bewegt sich da nicht langsam was?

"So lange die Sexologie der Ansicht ist, ein transsexuelles Mädchen wäre ein "Junge, der sich wie ein Mädchen fühlt" und ein transsexueller Junge ein "Mädchen, dass sich wie ein Junge fühlt", so lange basiert die Einordnung von Transsexualität ja immer noch auf dem, was in den 60er Jahren von der Sexologie angenommen wurde und zu Begriffen wie "Geschlechtsidentitätsstörung" geführt hat. Selbst dann, wenn man eine "Geschlechtsidentitätsstörung" nun "Gender Disphorie" nennt, um damit in der Öffentlichkeit besser anzukommen, handelt es sich laut derer, die sich den Unsinn ausgedacht haben, immer noch um eine psychische Störung, deren Behandlung z.B. mit Hormonen, so behaupten diese Leute, nur dann stattfinden könne, wenn diese Störung weiterhin in internationalen Klassifikationen als Identitätsstörung auftaucht. Dass es sich dabei um eine Lüge handelt, die seit den 60ern transsexuellen Menschen immer wieder erzählt wird, und immer noch Betroffene darauf herein fallen ist erschreckend. Natürlich ist Transsexualität keine Identitätsproblematik, sondern eine geschlechtliche Normvariante, die in der Natur vorkommt. Daher ist es nur logisch, wenn man sagt, dass die Behandlung transsexueller Menschen auch dann möglich ist, wenn man diese als existent erachtet. Beispielsweise muss man eine Frau nicht als psychisch kranken Mann klassifizieren - nämlich dann, wenn man bereit ist, diese Frau als Frau anzusehen."

Werden transsexuelle Menschen nicht als das behandelt, was sie sind?

"Nein. Es gibt auch in Deutschland Gesetze und medizinische Regelungen, die verhindern, dass transsexuelle Menschen unmittelbar und ohne Bedingung als sie selbst anerkannt werden. Die rechtlich Anerkennung ist aber Grundvoraussetzung für eine Änderung der Klassifikationssysteme. Auch da ist es wichtig, genau hinzuschauen und zu beobachten, wer die Leute sind, die diese Grundvoraussetzung verhindern wollen. Dazu gehören Sexologen, die beispielsweise eine transsexuelle Frau für einen "Mann, der in der weiblichen Rolle leben will" ansehen, und in der Öffentlichkeit diese menschenverachtenden Theorien immer wieder promoten. Es gibt aber, leider, immer wieder auch Betroffene, die hier ziemlich leichtgläubig und naiv sind, und solche Theorien ebenfalls weiterverbreiten, da sie die Hintergründe zu "Geschlechtsidentitätsstörungen" bzw. "Gender Disphorien" nicht kennen, und auf Grund der persönlichen Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung, aber auch auf Grund von Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung sehr einfach zu missbrauchen sind. Genau daran lässt sich ablesen, wie gross die Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Menschen wirklich sind."

Zurück nach Berlin. Was muss eurer Ansicht nach geschehen um dem Mädchen zu helfen?

"In erster Linie ist es notwendig, dass eine öffentliche kritische Auseinandersetzung mit den sexologischen Theorien der 60er-Jahre beginnt und hier Menschenrechtsorganisationen einbezogen werden, die sich von diesen Theorien deutlich distanzieren. Gleichzeitig ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Fälle wie Beier in Berlin keine Einzelfälle sind, sondern nur Beispiele für Auswirkungen von menschenverachtenden Theorien der 60er-Jahre, die heute immer noch an Universitäten gelehrt werden, die heute noch in internationalen medizinischen Lehrbüchern stehen und die heute noch den Geist ausmachen, der vielerorts noch durch die Köpfe der Leute spukt. Es ist wichtig aufzuklären, dass Geschlecht in der Natur mehr ist, als das, was sich manche Menschen, die zu viel Adam und Eva gelesen haben, in ihrem Kopf unter "Biologie" vorstellen, und dass transsexuelle Menschen, die sich zu ihrem Geschlecht äussern, nicht dem "anderen Geschlecht" angehören wollen, sondern lediglich sagen, wer sie sind. Um damit wieder etwas konkreter zu werden: Es ist gut, sich von Leuten fernzuhalten, die ein transsexuelles Mädchen als Junge ansehen, das sich wie ein Mädchen fühlt und an "Geschlechtswechsel" glauben.

Emanzipation heisst unserer Ansicht nach genau in diesem Zusammenhang laut "nein" zu sagen, wenn uns jemand unsichtbar machen will, oder glaubt uns als anonyme Einzelfälle behandeln zu können. Wir sind wer wir sind. Und wenn wir als Betroffene die Konsequenz besitzen für unser Selbst zu kämpfen und unser Gesicht zu zeigen, dann haben wir möglicherweise eine Chance, als das gesehen zu werden, was wir sind. Auch in Berlin."

Hier Auszüge aus den Plänen einer Neuklassfizierung von Kindern mit "Geschlechtsidentitätsstörung". Es handelt sich um den Draft zur Neufassung des DSM:

Aktueller Plan der internationalen Sexologie (Stand 2012, Pläne zum DSM V, Leiter der Gruppe ist oben bereits erwähnter Kenneth Zucker):

"Gender Disphorie bei Kindern

Eine deutliche Nichtübereinstimmung zwischen dem selbsterlebten oder geäusserten Geschlecht und dem zugewiesenen Geschlecht, die mindestens 6 Monate andauern muss und bei dem mindestens 6 der folgenden Indikatoren gegeben sein müssen:

  1. Ein starker Wunsch, dem anderen sozialen Geschlecht angehören zu Wollen, oder das Bestehen darauf dem anderen sozialen Geschlecht anzugehören (oder irgend einem alternativen sozialen Geschlecht, das von dem zugewiesenen Geschlecht abweicht).
  2. Bei Jungs, eine starke Bevorzugung für das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechtes oder vortäuschen weiblicher Erscheinung; bei Mädchen, ein starkes Bevorzugen typisch männlicher Kleidung oder ein starkes Unbehagen typisch weibliche Kleidung zu tragen.
  3. Eine starke Präferenz für gegengeschlechtliche Rollen in Fantasie- und Rollenspielen.
  4. Ein starkes Verlangen für Spielzeug oder Aktivitäten, die für das anderen Geschlecht typisch sind.
  5. Eine grosse Präferenz für Spielkameraden des anderen Geschlechts.
  6. In Jungs, eine grosse Ablehnung von typisch männlichem Spielzeug, Spielen und Aktivitäten und eine starke Ablehnung von Raufereien; bei Mädchen eine starke Aversion gegen typisch weibliches Spielzeug, spielen und Aktivitäten.
  7. Eine starke Ablehnung der eigenen geschlechtlichen Anatomie.
  8. Ein starker Wunsch für die primären und/oder sekundäre Geschlechtsmerkmale des anderen Geschlechtes die dem eigenen erlebten sozialen Geschlecht entsprechen."

(Übersetzung von ATME, original unter: http://www.dsm5.org/ProposedRevision/Pages/proposedrevision.aspx?rid=192)

Die Aktion Transsexualität und Menschenrecht glaubt nicht, dass Spielzeug und Kleidung ein Geschlecht hat und findet es äussert bedenklich, wenn Kindern, die sich nicht den Geschlechts-Stereotypen entsprechend verhalten, die psychische Störung "Gender Disphorie" angedichtet werden soll. Zudem fragen wir uns, was dies mit in der Natur vorkommenden geschlechtlichen Abweichungen wie Transsexualität zu tun haben soll. An der Ausarbeitung der obigen geplanten Diagnose haben auch deutsche Sexologen mitgewirkt.

 
Neues zum UPR
Montag, 30. Januar 2012 um 13:49

Neben der Überprüfung der Einhaltung anderer Menschenrechtsabkommen, die Deutschland unterzeichnet hat, muss sich die jeweilige Bundesregierung alle vier Jahre im Rahmen des UPR, des Universal Periodic Review (ein Überprüfungsprozess, der u.a. auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte basiert) von den Vereinten Nationen begutachten lassen. Genau in der "Lücke dazwischen" geht es darum nachzuschauen, inwiefern sich etwas in einem Staat verändert hat. ATME hatte bereits 2008 einen Menschenrechtsbericht zum UPR erarbeitet, der die Beendigung der menschenrechtsverletzenden medizinischen und rechtlichen Regelungen (wie z.B. der psychiatrischen Zwangsbegutachtungen des deutschen "Transsexuellengesetzes") fordert - nun hat UPR Info aus Genf einen Zwischenbericht zur Umsetzung zum UPR (MIA, Mid-term Implementation Assessment) veröffentlicht.

Die grundsätzliche Krtitik, die im MIA-Bericht aufgeführt ist, betrifft unter anderem folgende Punkte:

  • transsexuelle Männer werden in Deutschland immer noch als Frauen angesehen, die "als Männer leben wollen", anstatt sie als Männer anzuerkennen*
  • transsexuelle Frauen werden in Deutschland immer noch als Männer angesehen, die "als Frauen leben wollen", anstatt sie als Frauen anzuerkennen*
  • Deutschland verhindert immer noch, dass "Geschlechtspapiere" schnell und ohne menschenrechtsverletzende Praktiken wie z.B. psychiatrischen Zwangsgutachten oder Forderung nach einem sog. "Alltagstest" möglich sind
  • die Änderung von Geschlechtseinträgen liegt immer noch in der Hand von Richtern und Gutachtern, anstatt diese selbstbestimmt den Betroffenen zu überlassen
  • transsexuellen Menschen werden Opfer stereotyper gesellschaftlicher Geschlechtsvorstellungen

Der Bericht kann nun hier heruntergeladen werden (in englischer Sprache):
UPR Info's "MIA" report

An dieser Stelle möchten wir an unseren Forderungskatalog erinnern:
8 Forderungen

Und hier noch ein Link zu unserem Medienleitfaden:
Leitfaden für Medien

---
*Was durch die Berichterstattung in der Boulevard-Medien leider noch zu oft bestätigt wird.

 
ATME schickt Fragenkatalog an Politik
Sonntag, 29. Januar 2012 um 15:05

ATME wurde 2008 gegründet und machte bereits 2009 als einzige deutsche Organisation auf die an Kindern durchgeführten reparativen Therapien aufmerksam (hier: 2009 und 2010). Diese Therapien sind nur möglich, weil bis heute bestritten wird, dass es transsexuelle (und homosexuelle) Kinder tatsächlich gibt.

Die Existenz transsexueller und homosexueller Kinder wird abgestritten und behauptet, es wären gar keine transsexuellen oder homosexeuellen Kinder, sonder nur Kinder mit einer Geschlechtsidentitätsstörung, aus der sich Homosexualität oder Transsexualität erst noch entwickle. "Dies macht Sinn angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Jungen mit manifester GIS [Geschlechtsidentitätsstörung] in der Kindheit später homosexuell und nur eine Minderheit transsexuell wird." So Sophinette Becker. Hierzu Klaus M. Beier von der Charite Berlin: "Hinsichtlich der angesprochenen Problematik hat mich überrascht, dass Sie von einem „transsexuellen Mädchen“ sprechen, weil die „Transsexualität“ eine diagnostische Zuordnung ist, die man für Menschen mit einer Geschlechtsidentitätsstörung in dem Alter noch nicht vornehmen kann". Sie sprechen hier für ihre Zunft, zu der auch Hertha Richter-Appelt gehört, die jüngst in einem Interview mit der taz, angesprochen auf ein transsexuelles Mädchen, äußerte, das Mädchen hätte "Probleme mit der Geschlechtsidentität im Kindes- und Jugendalter [...]"

Ein transsexuelles Mädchen ist ein Mädchen und eine transsexuelle Frau ist eine Frau. Ein transsexueller Junge ist ein Junge und ein transsexueller Mann ist ein Mann. Diese Anerkennung wird transsexuellen Menschen bis heute durch die Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung" (bzw. "gender dysphoria"), sowie durch die Behauptung, transsexuelle Menschen hätten ein Identitätsproblem, verweigert. Man zwingt ihnen unnötige Therapien auf, statt ihre Aussagen zu respektieren und ihr Geschlecht an zu erkennen. Letzt äußerte in einem Interview gegenüber ATME ein transsexuelles Mädchen: "Ich bin ein Mädchen und mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen."

"Die Würde des Menschen ist unantastbar", heißt es eigentlich im Grundgesetz, aber bei transsexuellen Menschen, insbesondere bei Kindern, darf man offiziell behaupten: "Nein, du bist kein Mädchen, du hast Probleme mit deiner Identität, du hast eine Geschlechtsidentitätsstörung/Gender dysphoria, du musst erst mal in Therapie."?
Wer von sich sagen kann: "Ich bin ein Mädchen" weiß offenbar sehr genau, wer er ist.

"Unsere genetischen Anlagen und die zahlreichen Faktoren, die unsere frühe Hirnentwicklung nachhaltig beeinflussen, erlegen uns viele »interne Beschränkungen« auf. Daher sind wir nicht frei, unsere Geschlechtsidentität, unsere sexuelle Orientierung, [...] zu verändern. Das ist kein neuer Gedanke, […] Zu diesem Schluss kam auch Charles Darwin (1809 -1882) in seiner Autobiographie. Er schrieb, „dass Erziehung und Umgebung nur eine geringe Wirkung auf den Geist eines jeden ausüben und dass die meisten unserer Eigenschaften angeboren sind“." (Dick Swaab, Professor a.D. für Neurobiologie an der Universität Amsterdam, ehem. Direktor des Niederländischen Instituts für Hirnforschung)

Die Unterstellung, transsexuelle Menschen (oder homosexuelle Kinder) hätten ein Identitätsproblem und die daraus resultierende Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung" bzw. "Gender Dysphoria", sind deshalb menschenverachtende, völlig die Realität verkennende Ansichten und Diagnosen, die im Jahre 2012, in welchem hinreichend die Angeborenheit von Transsexualität und Homosexualität als Tatsache gilt, nicht mehr existieren sollten (siehe dazu: Link). Auch in der Entschließung des Europäischen Parlaments vom 28.09.11 heißt es: "[...] verurteilt aufs Schärfste die Tatsache, dass [...] Transsexualität von manchen Staaten, auch in der EU, noch immer als psychische Krankheit angesehen [wird] [...], und fordert diese Staaten auf, dem ein Ende zu bereiten;" (siehe dazu auch: Link)

Wir fordern den völligen Bann dieser Diagnosen ("Geschlechtsidentitätsstörung" und "Gender Dysphoria") und die offizielle Anerkennung der Angeborenheit und Unveränderbarkeit von Transsexualität und Homosexualität und die Anerkennung transsexueller und homosexueller Kinder als existent. 

Wir sehen uns genötigt, da diese Anerkennung bis heute fehlt und auch die Politik keinerlei Schritte zur Akzeptanz der Würde transsexueller Menschen, und vor allem transsexueller Kinder, zu unternehmen scheint, erneut uns an die Politik zu wenden. (Am Ende des Dokuments sind weitere Dokumente und Links zu finden.)

 

Hier unser offener Brief:

Anfrage zu reparativen Therapien (Umpolungstherapien) an Kindern

Sehr geehrtes Mitglied des Deutschen Bundestages,

bereits 2009 hatten wir uns an die Politik gerichtet, mit der Bitte sich mit der menschenrechtswidrigen Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung" bzw. "Gender Dysphoria" und den daraus resultierenden Folgen wie z.B. ambulanten und stationären (meist) reparativen Therapien an transsexuellen Kindern (Umpolungstherapien) zu widmen. Passiert ist zwischenzeitlich relativ wenig. Die Therapien, die durch öffentliche Gelder finanziert werden und grossen Schaden an transsexuellen Kindern anrichten, gibt es immer noch.

Aus aktuellem Anlass möchten wir sie bitten, uns folgende Fragen zu beantworten:

1. Ist ihnen bekannt, dass es in Deutschland Umpolungstherapien an transsexuellen Kindern gibt, die das Ziel haben, transsexuelle Mädchen (die mit männlichen Körpermerkmalen geboren wurden) zu Jungen zu erziehen und transsexuelle Jungs zu Mädchen?

2. Ist ihnen bekannt, dass in Deutschland transsexuelle Mädchen als Jungs bezeichnet werden, die sich "wie Mädchen fühlen" und dieses Fühlen als "Geschlechts-identitätsstörung" angesehen wird? (Bei transsexuellen Jungs analog)

3. Welche Rolle spielen ihrer Ansicht nach sogenannte sexualwissenschaftlichen Institute in Berlin und Hamburg bei der Klassifizierung von transsexuellen Kindern als "geschlechtsidentitätsgestört" (Kindern, die angeblich Probleme mit ihrer Geschlechtsidentität hätten)?

4. Sind Ihnen Berichte von umgepolten Kindern bekannt, denen auf Grund dieser Therapien so grosser psychischer Schaden zugefügt wurde, dass diese Suizid begangen haben?

5. Kennen Sie den Bericht der Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. zu reparativen Therapien, der bereits 2009 veröffentlicht wurde oder den ATME-Menschenrechtsbericht 2010 (in welchem diese Therapien gleichfalls kritisiert werden)? Falls ja, welche Schlüsse ziehen sie aus diesen?

6. Haben Sie die Aufforderung der Vereinten Nationen im Zusammenhang mit dem Follow-Up zu CEDAW (Dezember 2011) gelesen, in welchem die Bundesregierung aufgefordert wird, mit Organisationen wie ATME e.V. in Kontakt zu treten? Wenn ja, wann werden sie der Aufforderung nachkommen?

7. Welche Verantwortung sehen Sie und ihre Partei, den Missbrauch an transsexuellen Kindern, dessen Basis die Theorien rund um "Geschlechtsidentitätsstörungen" bzw. "Geschlechtsdisphorien" sind, zu beenden?

8. Wie setzen sie sich dafür ein, dass Menschenrechtsorganisationen wie ATME, die sich dafür engagieren, die Diagnose "Geschlechtsidentitätsstörung" bzw. "Gender Dysphoria" international als Menschenrechtsverletzung zu ächten und den Missbrauch an transsexuellen Kindern umgehend zu beenden (z.b durch Forderung nach Schliessung von Instituten und Kinder- und Jugendpsychiatrien, an denen Umpolungstherapien angeboten werden und durch öffentliche Gelder finanziert werden oder auch der kritischen Debatte um Begriffe wie "Geschlechtsidentitätsstörungen", "Gender Dysphoria", etc.) mit ihren Anliegen in der politischen Öffentlichkeit vertreten sind?

9. Ist Ihnen bewusst, dass die schnelle Änderung von Vornamen und Geschlechtseinträgen, die zur Zeit durch das deutsche Transsexuellengesetz verhindert werden, transsexuellen Kindern rechtlichen Schutz vor Umpolungstherapien bieten würde?

10. Welche Entschädigungen halten Sie für Opfer von Umpolungstherapien und ihren Familien für angemessen?

(Ende des Brief-Auszuges)


Übersicht der Politiker, die von uns den obigen Fragenkatalog erhalten haben:

Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Sibylle Laurischk, FDP, Vorsitzende
Christel Humme, SPD, Stellv. Vorsitzende
Dorothee Bär, CDU/CSU, Sprecherin des Ausschusses
Markus Grübel, Obmann CDU/CSU
Caren Marks, Obfrau SPD
Nicole Bracht-Bendt, Obfrau FDP
Jörn Wunderlich, Obmann DIE LINKE.
Katja Dörner, Obfrau BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder
Nicole Bracht-Bendt, FDP, Vorsitzende
Eckhard Pols, CDU/CSU
Marlene Rupprecht (Tuchenbach), SPD
Diana Golze, DIE LINKE.
Beate Walter-Rosenheimer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe

Tom Koenigs, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Vorsitzender
Michael Brand, CDU/CSU, Stellv. Vorsitzender
Ute Granold, Obfrau CDU/CSU
Christoph Strässer, Obmann SPD
Marina Schuster, Obfrau FDP
Annette Groth, Obfrau DIE LINKE.
Volker Beck (Köln), Obmann BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Innenausschuss
Wolfgang Bosbach, CDU/CSU, Vorsitzender
Frank Hofmann (Volkach), SPD, Stellv. Vorsitzender
Reinhard Grindel, CDU/CSU
Michael Hartmann (Wackernheim), SPD
Gisela Piltz, FDP
Ulla Jelpke, DIE LINKE.
Wolfgang Wieland, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sonstige

Ingrid Hönlinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Dr. Barbara Höll, DIE LINKE.
Birgitt Bender, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Helmut Brandt, CDU/CSU
Gabriele Fograscher, SPD
Andrej Hunko, DIE LINKE.
Ute Kumpf, SPD
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP
Dr. Stefan Kaufmann, CDU/CSU
Ute Vogt, SPD

Links
Die Berichte von ATME
Die Aufforderung des CEDAW-Komittees

 
Die taz schreibt und ATME schweigt. Eine Geschichte
Samstag, 21. Januar 2012 um 21:41

Am 19.01.2012 erschien ein Artikel in der taz mit dem Titel: „Wer wollte das rosa Einhorn?“ von Heide Oestreich. Darin geht es um ein Mädchen, das Frau Oestereich Alexandra nennt, da sie zunächst die Identität schützen wollte.

Doch alle, die das 11jährige Mädchen kennen, erkannten natürlich sofort ihre Geschichte, die ein Teil eines seit 6 Jahre andauernden Krieges des Ex-Mannes/Vaters gegen die Familie ist. So etwas lässt sich nicht verheimlichen. Schon im Dezember kam eine Frau, die sich für die Rechte transsexueller Kinder stark macht (wir wissen nicht, ob wir den Namen nennen dürfen) auf ATME zu und erzählte uns von dem Fall des kleinen 11jährigen Mädchens, das der Mutter weggenommen werden sollte.

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UN-Komitee fordert erneut Regierung auf, in Dialog mit Organisationen wie ATME zu treten
Sonntag, 04. Dezember 2011 um 20:10

Das Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen, das sich mit der Diskriminierung auf Grund des Geschlechts befasst (CEDAW), hat erneut die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich mit Nicht-Regierungs-Organisationen transsexueller Menschen (das sind all diejenigen, die keine staatliche Unterstützung erhalten, wie ATME) zusammen zu setzen, sich ihre Probleme anzuhören und für eine menschenrechtskonforme Behandlung transsexueller Menschen zu sorgen.

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Argentiniens Abgeordnetenkammer stimmt vorbildlichem Gesetz zur Änderung von Geschlechtspapieren zu
Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 19:25

Am 30. November stimmte die Abgeordnetenkammer in Argentinien dem sogenannten "Geschlechtsidentitäts-Gesetz" zu, welches es unter anderem transsexuellen Menschen erlaubt, auf unkomplizierte Weise ihren Geschlechtseintrag ändern zu lassen. In Zukunft können Menschen mit geschlechtlichen Abweichungen in Argentinien ohne gerichtliches Verfahren und ohne psychiatrische Zwangsgutachten ihre Papiere korrigieren lassen.

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