| Balian Buschbaum, Sylvia Rivera und Selbstbewusstsein |
| Montag, 02. August 2010 um 18:11 |
|
Sylvia Rivera war eine Stonewall-Veteranin. Als sie 17 Jahre alt war, hatte sie die Juni-Nacht in New York, auf der heute auch in Deutschland der jährliche Christopher-Street-Day basiert, miterlebt - wie viele andere transsexuelle Menschen auch, die massgeblich dazu beigetragen haben, dass es heute in vielen Ländern mehr Rechte für Lesben- und Schwule gibt. "Wir wollten uns diesen Scheiss nicht länger gefallen lassen. Die Zeit war reif." äusserte später Sylvia Rivera dazu, warum aus dem Erlebnis vor über 40 Jahren, bei dem sich die Besucher des Stonewall-Inn gegen Polizeiwillkür zur Wehr gesetzt hatten, nach und nach so etwas werden sollte, wie das, was sich schon bald "gay-pride" nennen sollte. In Gedenken an die Vorkommnisse von damals, und dem Wissen, dass transsexuelle Menschen noch heute als "geisteskrank" eingestuft werden, veranstaltete die Aktion Transsexualität und Menschenrecht zum diesjährigen CSD in Stuttgart zwei Diskussionsabende, einen davon im Kooperation mit dem Arbeitskreis Lesben und Schwule bei ver.di Stuttgart. Am Dienstag, den 27. Juli befassten wir uns in der Stuttgarter Weissenburg mit der Frage "sind transsexuelle Menschen wirklich geisteskank?". Auf dem Podium waren Annette Groth, die Menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, Jerzy M. Szczesny, der Referent für Antidiskriminierungs- und Gesellschaftspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Ute Kumpf (SPD), die stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses „Bürgerliches Engagement“ im Bundestag, Andrej Hunko (Die Linke), Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der europäischen Union, Flu Bäurle (Amnesty International – MERSI) und Christina Schieferdecker (ATME). Der Abend, der von Joachim Stein (ver.di) moderiert wurde, führte die Gäste zum Ergebnis, dass der von den Grünen jüngst vorgelegte Gesetzentwurf zur Reform des Transsexuellengesetzes, auch von der SPD mitgetragen werden könnte - zumindest wenn es nach Ute Kumpf ginge. Die Linke hatte diesem Entwurf bereits 2009 im Bundestag zugestimmt, als die Grünen ihn zum ersten mal einbrachten. Flu Bäurle von Amnesty International schloss sich Christina Schieferdecker an, was die Menschenrechtsverletzungen bei den psychiatrischen Begutachtungen zur Änderung der Papiere angeht.
Die (Pausen-)Musik des Abends im Theaterhaus hatte übrigens auch einen Hintergund. Mehr dazu unter folgendem Link: |
