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Der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. (ATME) ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die sich für Menschenrechte transsexueller Menschen einsetzt.
Gegründet wurde der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. im April 2008 von einer Gruppe transsexueller Frauen, die durch ihre Transsexualität selbst Menschenrechtsverletzungen erfahren haben und geht aus der Initiative Menschenrecht und Transsexualität hervor. ATME ist ein Zusammenschluss von Menschen, die erkannt haben, dass Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Menschen keine Einzelfälle sind, sondern direkt oder indirekt aus den bestehenden Regelungen - wie dem DSM (Diagnostisches und Statistisches Manual der Psychischen Störungen), dem ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten), den „Standards zur Behandlung und Begutachtung Transsexueller“ („Standards of Care“) und dem Transsexuellengesetz - hervorgehen.
Hauptstrategien des Vereins Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. sind:
- Erstellung von Menschenrechtsberichten (so genannten „Schattenberichten“) im Rahmen der Berichterstattung an die Vereinten Nationen zur Einhaltung der von Deutschland ratifizierten Menschenrechtsabkommen
- die Vernetzung mit anderen lokalen und bundesweiten Initiativen und Institutionen
- die Erstellung gemeinsamer Forderungskataloge an den Gesetzgeber und
- das Anbieten von Vorträgen zu den Themen Transsexualität und Menschenrecht.
Mit unseren Berichten an die Vereinten Nationen zu den Stellungnahmen der Bundesrepublik Deutschland zu internationalen Menschenrechtsabkommen, weisen wir auf die Verletzungen dieser Abkommen hin. Seit Juli 2008 nehmen wir regelmäßig Stellung zur Einhaltung der Menschenrechte, nicht nur schriftlich, sondern auch persönlich vor den jeweiligen Ausschüssen der Vereinten Nationen.
Ziel der regelmäßigen Berichterstattung ist es u.a., eine Reform des Transsexuellengesetzes zu erreichen, welches ohne subjektive Geschlechtsfremdzuweisungen durch Dritte auskommt und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Medien für die Probleme und Nöte transsexueller Menschen. Die Menschenrechts - Berichte sollen auch helfen die Gesellschaft dahingehend zu sensibilisieren, dass Geschlecht nicht in allen Fällen über das Vorhandensein oder Fehlen eines Penisses zu definieren ist. Voraussetzung für eine öffentliche Auseinandersetzung zum Thema Transsexualität ist, dass Gesetze, wie das Transsexuellengesetz, in welchem Geschlecht letztendlich immer noch über Geschlechtsrollenstereotype und Genitalien definiert wird, geändert werden.
Medizinische Definitionen, Praktiken und die daraus folgenden gesetzlichen Verfahren in Deutschland, wie z.B. das Transsexuellengesetz, wurden bislang ohne Berücksichtigung internationaler Menschenrechtsabkommen eingeführt, meist über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg. Auch Vorschläge für eine grundlegende Änderung der gesetzlichen und medizinischen Verfahren wurden in Deutschland von der Politik weitgehend ignoriert. Alternativberichte zu den UN-Abkommen, die von Betroffenenorganisationen erstellt werden, sind wichtig um eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema Transsexualität und Intersexualität zu ermöglichen.
Fremdgeschlechtszuordnungen anhand subjektiver Kriterien und Geschlechterstereotypen sind eine Verletzung der Menschenrechte. Wir setzen uns für ein echte und vollständige Anerkennung der geschlechtlichen Identität als Teil der Menschenwürde von Anfang an ein. Gerade in Deutschland sollten Ideologien nicht schwerer wiegen, als die Menschenwürde. Kein körperliches Merkmal ist zu 100% geschlechtsbestimmend, sondern kann nur Hinweis sein, auf das mögliches Geschlecht eines Menschen.
Wir fordern eine Anerkennung dieser wissenschaftlichen Tatsachen: Transsexuelle als Geistesgestörte (F64.0 im ICD und „Geschlechtsidentitätsstörung“ im DSM) ab zu stempeln und damit viel Geld zu verdienen ist unwissenschaftlich und verstößt gegen die Menschenwürde. Transsexuelle Menschen müssen zudem ein Recht auf sämtliche medizinische Leistungen haben, die nötig sind, ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Transsexuelle Menschen benötigen einen Kündigungsschutz (AGG ausbauen, Kündigungsschutzgesetze, etc.) und besondere Förderungen durch Arbeitsämter. Transsexuelle Menschen auf Grund ihrer Transsexualität als "nicht vermittelbar" ein zu stufen, ist eine Verletzung von Menschenrechten und Aberkennung der Würde und Intelligenz transsexueller Menschen.
Ein Verein, wie Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. benötigt Mitglieder, vor allem aktive Mitglieder und finanzielle Unterstützer. Falls du also Lust hast, etwas zu tun, damit es endlich anerkannt wird, dass es Frauen gibt, die mit Penis und Hoden geboren werden und Männer, die mit einer Gebärmutter, Eierstöcken und einer Vagina zur Welt kommen, dann würden wir uns freuen, wenn du dich uns anschließt oder uns eine Spende zukommen lässt.
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren" (Art. 1, Satz 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).
Unser Info-Flyer: Transsexuell ...na und? |