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Gerichtsentscheid in UK: Frauen sind nur welche, wenn sie gebären können

Dass Millionäre und Milliardäre gerne rechtsextreme Bewegungen sponsoren (Trump, Orban, Putin, Erdogan, usw.) ist genauso bekannt, wie die Verbindungen zu rechten Wahn-Gruppierungen, die behaupten, sie seien Vertreter irgendwelcher Religionen. Dazu gesellen sich dann TER(A)Fs, antifeministische Frauengruppen, die wollen, dass Geschlecht wieder - wie früher, als Frauen noch Heim und Herd behüteten - an der Gebärfähigkeit festgemacht wird. In UK haben sie - unterstützt von J.K. Rowling, - nun erreicht, dass das dortige oberste Gericht entschieden hat, trans Frauen nicht als biologische Frauen anzusehen.

Rechtsextreme Terroristen wie Anders Breivik  oder Brenton Tennant haben ihren Manifesten beklagt, Frauen würden heute zu wenig Kinder gebären, was die Existenz des eigenen Volkes gefährden könne. In Deutschland nennen das Faschisten um Martin Sellner und AfD-Leute "Umvolkung"; man könnte aber auch sagen, sie sehen sich in einer Art Rassenkampf. Eine "Homolobby" würde zusätzlich dafür sorgen, dass gutes, artgerechtes Menschenmaterial nicht für den Volkswillen vögelt (sondern nur zum Vergnügen) und Kinder "trans gemacht" werden. Deswegen kämpfen sie dafür, dass alle Menschen, die unnütz im Sinne einer herbeigefieberten Pflicht zur Volkserhaltung sind, rechtlich keine Anerkennung erhalten. Dazu zählen: Migranten, People of Color, Menschen mit Behinderung, etc. und eben trans Frauen.

Ungarn und Russland haben es vorgemacht, die U.S.A. erleben gerade, wie ein faschistischer Clown die Demokratie einreisst. Und nun entscheidet das oberste Gericht in U.K etwas ähnlich absurdes: Ohne dafür den Beweis auzutreten, wird ein binäres biologisches Geschlecht behauptet und als Grundlage für den Ausschluss von trans Frauen aus dem sozialen Geschlecht "Frau" herangezogen. Ein binäres biologisches Geschlecht existiert aber nicht. Es gibt einen Grund dafür, warum alle Menschen Brustwarzen haben und das sollte als Anfangsüberlegung ausreichen, um sich mal ein bisschen damit zu beschäftigen, dass da die ein oder andere Annahme über Geschlecht nicht stimmen kann. Sollte das Wissen aber vorhanden sein, und ignoriert dieses Wissen absichtlich, kann man hier getrost von der bewussten Konstruktion binärer Gender sprechen. Wessen Agenda damit verfolgt wird, steht am Anfang des Artikels.

Link tagesschau:

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/grossbritannien-urteil-trans-frauen-100.html

Neue Genderidentitätsleitlinie für Kinder - und immer wieder Identität

Seit ein paar Tagen ist die neue Fassung der Diagnose "Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung (S2k)" am Start. Immer noch wird davon ausgegangen, dass Menschen - in diesem Fall Menschen, die von anderen Menschen "Kinder" genannt werden - irgendeine soziale geschlechtliche Andersidentifizierung haben können aber gleichzeitig wird ignoriert, dass Menschen existieren, die ohne eine solche Identifizierung transsexuell sein können.

Dass Körper vom Geschlecht abweichen können, kommt nicht vor. Da sind sich Trumpanhänger und Trumpgegner einig. An der patriarchalen Idee, dass man das "biologische Geschlecht" eines Menschen immer am sichtbaren Körper eines Menschen ablesen kann, wird festgehalten. Und wenn sich ein Mensch dann dazu abweichend äussert, dann wird - nach wie vor - vermutet, dass dieser Mensch sich eben nicht mit dem zugewiesenen Geschlecht identifiziere, sondern eben mit einem anderen. Das nennt sich dann "Geschlechtsdysphorie". Dass ein Mensch gar keine Identifikation mit irgendwelchen Geschlechtern benötigt, um wissen zu können, dass der geschlechtliche Körper nicht zu einem selbst passt, ist eine Idee, die nicht sein darf, weil das ja bedeuten würde, dass Geschlechtszuweisungen anhand der Genitalien gar keine endgültige Aussagekraft besitzen (können). Es ist eine Ignoranz, die Kinder zum Gegenstand von Interessen macht: religiösen Extremisten (siehe U.S.A.) einerseits und moderaten Patriarchen, die glauben, sie wussten, wie man Menschen mit "Geschlechtsdysphorie" behandeln solle, andererseits.

Wenn man meint, es bräuchte unbedingt jemanden, der sich mit der Psyche von Menschen auskennt, um Menschen medizinische Behandlungen zu ermöglichen, dann muss man aus geschlechtlichen Variationen so etwas machen wie "Geschlechtsdysphorie". Und wer meint Kinder seien so unreif zu wissen, was ihnen gut tut, der mischt sich ein und versucht sie zu beeinflussen. Entweder er redet ihnen ihre Spinnerei aus, weil er der gläubigen Rechten angehört, oder er macht das Gegenteil. Paternalistisch ist beides.

Dabei könnte es ganz anders sein: Man könnte versuchen, Menschen - und auch Kinder sind Menschen - mit medizinischen Massnahmen, die den Körper betreffen, zu helfen, wenn das Thema der Körper ist. Dazu müsste aber anerkannt werden, dass Gender und Sex zwei unterschiedliche Dinge sind, und das "biologische Geschlecht" mehr ist, als die soziale Vorstellung darüber. Dann könnten Menschen - auch Kinder - so behandelt werden, dass medizinische Massnahmen, die den Körper betreffen, frei von Gender-Vorstellungen der Behandelnden sind. Es ist nicht erkennbar, dass die an der Erstellung der Leitlinien beteiligten, dazu bislang bereit waren, einen Schritt in diese Richtung einzuschlagen. Das ist deswegen so schade, da die Leitlinien damit auf dem selben weltanschaulichen Boden stehen, wie dem der Anti-Transaktivisten aus dem religiös-extremistischen Lager.

Deswegen eine Bitte: Versucht es wenigstens mal, den Wunsch nach körperverändernden Eingriffen ohne Bezug zu Gender-Identität zu denken. Es wäre wirklich toll, wenn diese Bitte nicht verweigert würde. Herzlichen Dank dafür.

Link:

https://register.awmf.org/assets/guidelines/028-014l_S2k_Geschlechtsinkongruenz-Geschlechtsdysphorie-Kinder-Jugendliche-Diagnostik-Behandlung_2025-03_1.pdf